Vom Feld ins Gefrierfach – Eine erstaunliche Reise

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Wie werden aus frisch geernteten Spinatblättern gefrorene Spinat-Würfel?

Wussten Sie, dass Tiefkühlgemüse oft mehr Vitamine enthält als das vermeintlich frische in der Gemüseauslage? Denn was wir als „frisch“ kaufen, hat auf seiner Reise in den Supermarkt oft schon viele Vitamine verloren. Das Tiefkühlgemüse hingegen unterliegt strengsten Richtlinien, die zum Beispiel garantieren, dass es direkt nach der Ernte gefroren wird. Wie aber kommt es eigentlich vom Feld auf den Teller?

Um Tiefkühlprodukte rankt sich so mancher Mythos. Sie seien „ungesund“ oder „ökologischer Schwachsinn“, sind nur zwei davon. Ausserdem wird den gefrorenen Produkten nachgesagt, dass sie viele künstliche Inhaltsstoffe enthalten, um sie länger haltbar zu machen. Aber stimmt das wirklich? Elmar Hug, Entwicklungsleiter Findus Produkte bei Nestlé Schweiz verneint: „Der Gefrierzustand macht unsere Produkte haltbar und konserviert die Vitamine. Das Gemüse, Obst oder der Fisch brauchen keine Zusätze, das ist aber nur möglich, weil wir die Lieferkette genau überwachen: von der Ernte bis in den Laden haben wir praktisch keine Verluste an Nährstoffen und Vitaminen.“

Tiefgefrorenes Qualitätsgemüse wird also nach wie vor auf den Feldern der Bauern geerntet. Beim Spinat dauert es nach der Ernte nur vier Stunden, bis das Gemüse gewaschen und gefroren ist. In so kurzer Zeit gehen fast keine Vitamine und Nährstoffe verloren. Dank der Frostanlagen, welche sich jeweils in der näheren Umgebung der einzelnen Bauern befinden, kann die Frische im gefrorenen Zustand festgehalten werden. Davon kann so manches „Frischgemüse“ nur träumen. Dasselbe gilt übrigens bei Fisch und Fleisch.

Doch wie werden denn nun aus frisch geernteten Spinatblättern gefrorene Spinat-Würfel? Das effizienteste und schonendste Gefrierverfahren in der Tiefkühlindustrie bietet derzeit das Schockfrosten. Anders als beim herkömmlichen Einfrieren in der heimischen Küche wird dabei innerhalb sehr kurzer Zeit die Temperatur der einzufrierenden Lebensmittel auf die gewünschte Lagertemperatur abgesenkt. So kann die Konsistenz der Lebensmittel weitestgehend erhalten bleiben.

Aber wie erreicht man innerhalb von Sekunden eine Kälte, welche die Lebensmittel so schonend konserviert? Elmar Hug erklärt: „Beim Schockfrosten können die Lebensmittel dank der sehr tiefen Temperatur sehr schnell gefroren werden. Das führt zu höchster Qualität von Gemüse und Co., und belastet die Umwelt viel weniger als andere Methoden.“ Durch das Einfrieren wird die Zeit ein wenig angehalten. Der Spinat, der auf Ihrem Teller landet, kommt also gewissermassen direkt vom Feld.

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