Weihnachten feiern in Europa: Wie feiert man anderswo?

Kobolde, Plumpudding und Julbier gehören dazu!

In der Schweiz beginnt vier Wochen vor Heiligabend die Adventszeit, am 6. Dezember kommt der Samichlaus und Heiligabend ist für Kinder hierzulande der höchste aller Feiertage, weil sie vom Christkind reich beschenkt werden. Doch wie feiern eigentlich die Familien Weihnachten in anderen Ländern Europas?

 

Wie wird Weihnachten in England gefeiert?

Spätestens am Heiligabend wird das Wohnzimmer mit Girlanden und Luftschlagen geschmückt. Das Festessen findet aber meist erst an Weihnachten statt. Oft werden die Teller sogar mit kleinen Hütchen zum Aufsetzen und Tröten dekoriert. Als Hauptspeise gibt es traditionell gefüllten Truthahn und zum Dessert einen Plumpudding, ein Kuchen mit Rosinen und Nüssen. Im Plumpudding wird eine Münze versteckt und wer die findet, darf sich etwas wünschen. Heiligabend wird im Wohnzimmer ein Seil aufgespannt, an dem Socken befestigt werden. Die Socken können aber auch vor dem Kamin oder am Bettende aufgehängt werden. Denn der Weihnachtsmann, Father Christmas, kommt während der Nacht und füllt die Strümpfe mit Geschenken. Die grossen Gaben legt er unter den Weihnachtsbaum. Je nach Familientradition werden die Geschenke früh am Morgen, nach dem Mittagessen oder nach der Weihnachtsansprache der Queen um 15 Uhr geöffnet. Merry Christmas!

 

Weihnachten feiern in Schweden – Traditionen zum Julfest

In Schweden ist Weihnachten, das Julfest, das längste und wichtigste Fest des Jahres. Es beginnt mit dem 1. Advent und endet erst am 13. Januar! Am 13. Dezember ist der Tag der Heiligen Lucia: Sie wird mit einem Kranz auf dem Kopf dargestellt, auf dem brennende Kerzen angebracht sind. Sie soll Licht ins Dunkle bringen. Die älteste Tochter jeder Familie darf am Morgen des Lucia-Tags als Heilige verkleidet durchs Haus gehen und die anderen Familienmitglieder wecken. Dabei verteilt sie an alle das Lucia-Gebäck.

Der Heilige Abend ist der wichtigste Feiertag der Weihnachtszeit. Bei vielen Familien gibt es den traditionellen Julbord: ein reichhaltiges Buffet mit Heringen in verschiedenen Variationen, Weihnachtsschinken, Salaten, Fleischbällchen und Kartoffeln. Nach dem Essen kommt der „Jultomten“, der schwedische Weihnachtsmann, mit seinen Zwergen höchstpersönlich und verteilt die Geschenke. Kommt er nicht persönlich, werden die unter dem geschmückten Tannenbaum liegenden Geschenke verteilt. Der erste Weihnachtsfeiertag wird meist im engeren Familienkreis gefeiert, am zweiten besuchen die Schweden gerne ihre Freunde. Am 13. Januar feiern die Erwachsenen das Ende der Weihnachtszeit ausgiebig und mit viel Julbier. God Jul!

 

Griechenland: Weihnachten feiern in der Ägäis

In Griechenland erstreckt sich die Weihnachtszeit vom 24. Dezember bis zum 6. Januar. In der Vorweihnachtszeit werden kleine Schiffe mit Lichterketten geschmückt: Damit gedenkt und ehrt man die vielen Seefahrer, die Weihnachten auf See und weit weg von ihren Familien feiern müssen.

Heiligabend gibt es kein grosses Festessen, da der 24. Dezember die 40-tägige Fastenzeit abschliesst, an der weder Fleisch noch Milch verzehrt werden. Heiligabend gibt es auch keine Geschenke – diese werden erst in der Nacht zum 1. Januar vom Heiligen Wassilios verteilt. Am 24. und 31. Dezember sind Kinder und Jugendliche unterwegs, um die Frohe Botschaft von Christi Geburt mit Weihnachtsliedern zu verbreiten. Diese Lieder heissen Kalanta. Mit Triangeln, Glocken und Trommeln ziehen sie von Haus zu Haus und werden mit Süssigkeiten oder ein paar Münzen belohnt. Am 25. Dezember ist die Fastenzeit zu Ende: Verwandte und Freunde kommen zusammen, um gemeinsam zu essen.

Am Heiligabend bis zum 6. Januar wird ein Feuer im Kamin entzündet, das die „Kalikanzari“ fern halten soll: diese kleinen Kobolde leben tief unter der Erde und kommen nur in den 12 Tagen zwischen Weihnachten und dem 6. Januar, wenn es in den Häusern nach feinem Gebäck riecht, an die Oberfläche. Während diesen Tagen lieben sie es, die Kamine hinunter zu rutschen, sich in Häusern zu verstecken und allerlei Streiche zu spielen. Am 6. Januar, am Tag der Heiligen Theophania, werden alle Häuser und Gewässer geweiht und die Kalikanzari wieder unter die Erde vertrieben. Kalà Christoúgenna!

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