Vatertag in der Schweiz: ein Hoch auf die neuen Väter!

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Eine Alternative zur reinen Ernährer-Rolle

Während der Vatertag in anderen Ländern schon seit über 100 Jahren gefeiert wird, mussten Schweizer Väter sich lange gedulden: Erst seit 2007 wird hierzulande immer am 1. Sonntag im Juni der Schweizer Vätertag zelebriert. Warum der Schweizer Vätertag mehr bedeutet als ein traditioneller Vatertag und Ideen, wie Sie ihn feiern können.

Schweizer Vätertag: ein Pendant zum Muttertag?

Der Schweizer Vätertag wurde 2007 von männer.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, ins Leben gerufen. Das Ziel war nicht, eine kommerzielle Kopie vom Muttertag zu schaffen. Vielmehr soll der Vatertag das väterliche Engagement wertschätzen und Väter motivieren, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Der Schweizer Vätertag beinhaltet auch eine politische Dimension: er möchte die Rahmenbedingungen für das engagiertes Vatersein in Beruf, Familie und Gesellschaft schaffen, weil immer mehr Väter aus der Rolle der reinen Ernährer ausbrechen wollen.

Vom reinen Ernährer zur neuen Vaterrolle

Im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte hat sich die Rolle der Väter enorm verändert. Im 19. und bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war der Vater eine Autoritätsperson und der Ernährer - durch die industrielle Revolution verbrachte er die meiste Zeit ausserhalb der Familie an seinem Arbeitsplatz. Erst in der Nachkriegszeit begannen viele Väter ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und kümmerten sich aktiver um ihre Kinder. Der Haushalt blieb allerdings Frauensache. In den 60er und 70er Jahren, im Zuge der sexuellen Revolution und der Emanzipationsbewegung der Frau, wurde die traditionelle Rollenverteilung aufgeweicht, die Scheidungsrate stieg an und es entstanden die ersten Vaterrechtsbewegungen. Der „neue Vater“ war geboren.

Vatertag in der Schweiz: Wer sind die „neuen Väter“?

Sie verbringen viel mehr Zeit mit ihren Kindern als es ihre Väter getan haben. Die neuen Väter begleiten ihre Kinder nicht nur in die Krippe und auf den Spielplatz, sondern entlasten auch ihre Partnerin im Haushalt. Sie können Windeln wechseln, kochen, staubsaugen und einkaufen. Sie gehen mit ihrem Nachwuchs ins Babyschwimmen und nehmen an Kindergeburtstagen teil. Trotzdem: Laut einer Umfrage der NZZ reduzieren 86% der Väter von Kindern im Alter von 0-6 Jahren ihr Arbeitspensum nicht. Sie sind sozusagen in der traditionellen Rolle als Ernährer gefangen. Und das obwohl, laut einer Umfrage von Pro Familia, neun von zehn Vätern gerne Teilzeit arbeiten würden.

Warum auch die Väter es verdient haben, gefeiert zu werden

Der Schweizer Vätertag ist allen aktiven, fürsorglichen Vätern gewidmet, die ihre Vaterrolle bewusst wahrnehmen. Denjenigen Vätern, die ihr Vatersein bewusst und mit Freude erleben oder sich eine aktivere Vaterrolle wünschen, die motiviert sind und andere Väter zu einer neuen Väterlichkeit ermutigen. Der Vatertag ist eine Gelegenheit, den neuen Vätern unsere Wertschätzung auszudrücken.

Vatertag: Ideen für Unternehmungslustige

Möchte Papi am Vatertag alleine etwas mit den Kindern unternehmen oder soll Mami dabei sein? Hauptsache, Sie unternehmen etwas Besonderes, das Vater und Kind Spass macht. Bei schönem Wetter bietet sich eine Velotour, ein Besuch in einem Freizeitpark, eine Grillparty im Wald oder ein Picknick am Wasser an. Eine Liste von Veranstaltungen zum Vatertag finden Sie hier. Bei schlechtem Wetter ist ein Kinobesuch mit anschliessendem Besuch seines Lieblingsrestaurants ein Highlight. Aber was zählt ist nicht, was Sie unternehmen, sondern wie: mit Freude am Vatersein!

Weiterführende Links zum Vatertag und Vatersein:

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