Lena und der Wackelzahn

Keine Angst vor Wackelzähnen. Die Zahnfee kommt auf Besuch!

Heute ist für Lena ein ganz besonderer Tag. Im Kindergarten, als sie in ihren Zvieri-Apfel gebissen hat, hat sich nämlich einer ihrer unteren Schneidezähne bewegt! Ganz vorsichtig hat sie ihren Zeigefinger auf den Zahn gelegt und ein kleines bisschen an ihm gewackelt – tatsächlich liess sich der Schneidezahn nach vorne und nach hinten bewegen. Jenny, ihrer besten Freundin aus dem Kindergarten, ist das schon passiert. Sie hat schon zwei Wackelzähne verloren und hat jetzt zwei grosse Zahnlücken im Mund. Von ihr weiss Lena, dass die Zahnfee kommt, wenn sie ihren Wackelzahn verliert.

Schnell nach Hause!

Sie kann es nicht erwarten, nach dem Kindergarten nach Hause zu gehen und Papi von ihrem Wackelzahn zu erzählen. Und schon stürmt sie zur Tür herein und ruft: „Papi, Papi, wo bist du? Ein Zahn wackelt!“ Papi ist im Wohnzimmer und baut mit Lenas kleinem Bruder Sebastian gerade einen Legoturm. „Hallo, mein Schatz! Ja, was erzählst du mir denn da? Zeig mal deinen Wackelzahn! Bist du denn schon so ein grosses Mädchen?“ Lena fühlt sich wirklich sehr gross mit ihrem Wackelzahn. Sie reisst stolz ihren Mund auf und bewegt ganz vorsichtig ihren Wackelzahn nach hinten und nach vorne, damit Papi ihn gut sehen kann. Und schon fragt sie ihren Papi: „Jenny hat gesagt, dass die Zahnfee kommt, wenn der Zahn ausfällt. Ist das auch wahr? Kommt sie auch zu mir?“ „Aber natürlich,“ antwortet Papi. „Soll ich dir die Geschichte von der Zahnfee erzählen?“ Lena sitzt schon ganz gespannt neben ihrem kleinen Bruder am Boden und hört aufmerksam zu.

Die Geschichte von der Zahnfee

„Weit weg von hier, im Feenland, da wohnt die Zahnfee in ihrem grossen, weissen Schloss. Das ganze Schloss besteht aus kleinen Milchzähnen. Da ab und zu etwas daran kaputt geht und repariert werden muss, braucht die Zahnfee immer wieder neue Milchzähne. Wenn ein Kind einen Wackelzahn verliert, holt die Zahnfee ihn ab und lässt dafür als Dankeschön ein kleines Geschenk liegen. Manchmal schreibt sie sogar einen Brief. Wenn dein Zahn ausfällt, legen wir ihn am Abend, wenn du schlafen gehst, auf deinen Nachttisch. Und wenn du am nächsten Morgen aufwachst, findest du ein kleines Geschenk!“ Lena schaut ihren Papi nachdenklich an und fragt: „Und wenn ich nicht will, dass die Zahnfee meinen Zahn mitnimmt?“ „Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen,“ antwortet Papi, „die Zahnfee ist sehr freundlich und verständnisvoll. Wenn du den Zahn nicht hergeben möchtest, kann sie das sehr gut verstehen und lässt ihn einfach liegen. Ein Geschenk bringt sie dir trotzdem.“

Warum wackeln Zähne?

Sebastian hat die ganze Zeit sehr aufmerksam zugehört, hat nun aber auch eine Frage: „Papi, aber warum fallen die Zähne aus? Und warum habe ich keinen Wackelzahn?“ Und schon hat Papi eine Antwort parat: „Wenn kleine Kinder gross werden, wächst der ganze Körper. Arme, Beine und Füsse werden länger. Aber auch der Kopf wächst und mit ihm der Kiefer. Die Milchzähne werden zu klein. Deshalb fallen sie aus und es wachsen neue, grössere Zähne nach, die dann das Leben lang bleiben. Die endgültigen Zähne müssen wir daher besonders gut pflegen. Und du, Sebastian, musst dich noch ein bisschen gedulden und grösser werden. Dann bekommst auch du einen Wackelzahn!“ „Und kommt die Zahnfee dann auch zu mir?“ möchte Sebastian noch wissen. „Aber natürlich! Die Zahnfee denkt an alle Kinder. Jetzt ist es aber höchste Eisenbahn für unser Zvieri!“ sagt Papi, nimmt die beiden Kinder an die Hand und geht mit ihnen in die Küche.

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