Frohe Ostern – internationale Osterbräuche

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Wussten Sie, dass die Finnen an Ostern Hiebe verteilen?

Ein Osterfest ohne Osterweiber ist in Schweden undenkbar. Und in Italien geht man am Ostermontag picknicken. Während der christliche Karfreitag im Zeichen der Busse steht, wird an den Ostertagen ausgiebig geschlemmt.

 

Ostern in Skandinavien

Hiebe und lautstarke Umzüge prägen das Ostergeschehen in Finnland. Am Sonntag vor Ostern (Palmsonntag) gibt’s erst einmal Hiebe mit der Birkenrute für die besten Freunde. Die leichten Schläge sollen Glück bringen. Sie erinnern auch an die Palmwedel, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Am Ostersonntag lärmen die Kinder bei fröhlichen Umzügen. Der Lärm soll die bösen Geister des Winters vertreiben und den Frühling willkommen heissen. Auch in Schweden wird das Osterfest mit Lärm und noch dazu mit Feuerwerkskörpern gefeiert. Am Karsamstag verkleiden sich die Schweden mit langen Röcken und Kopftüchern als Osterhexen und betteln an den Türen um Süssigkeiten.

Ostern in Russland

Für die russisch-orthodoxen Christen ist Ostern der höchste religiöse Feiertag. Während der Prozession zu Beginn des Ostergottesdienstes zieht die Gemeinde mit Kreuzen und Kerzen um die Kirche. Die Mitternachtsmesse kann mehrere Stunden dauern. Sehr streng wird die vorösterliche Fastenzeit gehandhabt. Umso üppiger wird nach dem Fastenbrechen geschlemmt. Beim traditionellen Osterfrühstück am Sonntag gibt es Eier und dazu Pascha, eine gehaltvolle pyramidenförmige Quarkspeise sowie Kulitsch, einen sehr reichhaltigen Osterkuchen, der in hohen Ton- oder Keramikgefässen gebacken wird. Traditionell wird auf den Kulitsch eine Scheibe Pascha gelegt.

Ostern in Spanien

In Spanien ist die Karwoche vor Ostern durch zahlreiche Prozessionen, Passionsspiele und Festumzüge geprägt. Dabei werden Jesus- und Heiligenfiguren durch die Strassen getragen. Die Teilnehmer der Umzüge sind oft mit spitzen Kapuzen vermummt. Manche tragen sogar zur Sühne eiserne Ketten. Der „Kapuzen“-Brauch stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit gestattete man Sündern anonym, also in Kapuze gehüllt, an der Prozession teilzunehmen. An den Osterfeiertagen wird ausgiebig geschlemmt: Ostersonntag gibt es  traditionell ein Lammgericht und Ostermontag wird die “Mona de Pasqua” gebacken – ein Osterkringel aus Hefeteig, dekoriert mit hart gekochten Eiern.

Ostern in Italien

Auch im katholischen Italien inszenieren die Menschen in zahlreichen Dörfern den Leidenswegs Christi mit Oster-Prozessionen. Zum Osterfest werden überall riesengrosse Ostereier aus Schokolade, gefüllt mit Überraschungen, zum Verkauf angeboten. Am Ostersonntag gibt es zum Frühstück die so genannte Ostertaube (Colomba Pasquale), einen Hefekuchen.

Ostermontag machen viele Italiener mit Verwandten und Freunden ein herzhaftes Picknick im Grünen. Traditionell wird dabei die „Torta di Pasquetta“ oder „Torta Pasqualina“ - ein deftiger Kuchen mit Eiern und Spinat - verzehrt.

Themendossier