Wie Sie mit Ihren Kindern einen Gemüsegarten anlegen

Gemeinsam einen Gemüsegarten anbauen ist gesund

Sie haben nicht viel Glück mit Ihren Zimmerpflanzen? Auch wenn Sie zum Schluss gekommen sind, dass Sie keinen grünen Daumen haben, können Sie problemlos einen Gemüsegarten anbauen. Eine unterhaltsame und sehr lehrreiche Freizeitbeschäftigung, die Sie und Ihre Familie oft zum Staunen bringen wird. Mit den Händen in der Erde wühlen und zuschauen, wie aus einem Samen eine Pflanze wird, ist für Kinder eine sehr lehrreiche Erfahrung, eine Entdeckungsreise in die Natur.

Als erstes müssen Sie entscheiden, wo Sie Ihren Gemüsegarten anbauen wollen: am besten im Garten oder auf dem Balkon. Auf jeden Fall sollte der Garten in der Nähe sein.

Als zweites müssen Sie entscheiden, welche Gemüsesorten Sie anbauen möchten.

Lassen Sie Ihre Kinder mitentscheiden!

Essen sie gerne Rüebli, Erdbeeren, Himbeeren und Kirschtomaten? Nichts einfacher als das! Sie und Ihr Mann bevorzugen vielleicht Blattsalat, Kabis, Zucchetti und Kefen. Falls Sie Ihre Gemüsebouillon gerne selber zubereiten, vergessen Sie nicht Sellerie, Zwiebeln, Lauch und Kerbel anzubauen. Ausserdem empfehlen wir Ihnen, eine herrlich duftende Kräuterecke einzurichten mit Rosmarin, Salbei, Basilikum, Peterli und weiteren Kräutern. Erklären Sie Ihren Kindern, dass jede Pflanze unterschiedliche Bedürfnisse hat und lernen Sie so Ihre zukünftigen Pflanzen vorher schon ein bisschen kennen. 

Haben Sie schon Gartengeräte? Wenn Sie noch keine haben, sollten Sie nicht von Anfang an eine Reihe von Geräten kaufen. Sie werden mit der Zeit von selber merken, was Sie wirklich brauchen. Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten wie Bambusstöcke, an denen Sie die Tomatenstauden festbinden oder ein Dosierbecher für den Dünger. Nicht jede Pflanze braucht gleich viel Platz, nicht jede Pflanze gleich viel Wasser und nicht alle Pflanzen kommen gut miteinander aus. Es gibt benachbarte Pflanzen, bei denen eine die stärkere Persönlichkeit hat und die Oberhand gewinnt. Die andere erstickt. Und dann gibt es Gewürze, bei denen sich die Aromen vermischen, wenn sie eng nebeneinander eingepflanzt werden. Das und viel anderes gibt es für Sie und Ihre Kinder zu entdecken. In ihrem Gemüsegarten lernen Kinder nicht nur wie sie Pflanzen hegen und pflegen müssen.

Bei der aktiven Gartenarbeit wächst ihr Selbstvertrauen gleich mit, sie entwickeln der Natur gegenüber eine ganz besondere Sensibilität, ein Verständnis für Zusammenhänge und üben sich im gegenseitigen Respekt.

Ihr Kinder werden auch lernen mit Enttäuschungen umzugehen, denn nicht aus jedem Samen wird eine Pflanze.

Wir raten Ihnen, Ihr Gemüse ohne chemische Insektenbekämpfungsmittel anzubauen. Es gibt viele natürliche Methoden, mit denen Sie Ameisen, Schnecken und Blattläuse bekämpfen können. Hier ein Link, wo Sie nachlesen können, wie Sie fünf Schädlingsbekämpfungsmittel selbst herstellen

Im Gemüsegarten werden Sie und Ihre Kinder sich in Geduld üben müssen. Sie werden lernen, dass die Natur den Jahreszeiten folgt und ihren eigenen Rhythmus hat, der respektiert werden muss. Jede Pflanze braucht ihre Zeit zum Wachsen und jede Frucht zum Reifen.

Einen Gemüsegarten zu pflegen ist nicht nur für das individuelle Selbstvertrauen gut, sondern auch für das kollektive. Die ganze Familie kann stolz auf sich sein. Ein Gemüsegarten erfordert nicht viel Zeit, aber Beständigkeit. Wenn Sie den Garten einmal angelegt haben, überlassen Sie ihn nicht Ihren Kindern. Bestimmen Sie einen festen Tag in der Woche, an dem Sie sich miteinander um die Gartenarbeit kümmern. Eigenes Gemüse anzupflanzen motiviert auch zum Verzehr: Gewöhnen Sie Ihre Kinder daran, regelmässig ein bisschen Gemüse zu essen und immer wieder neue Sorten auszuprobieren. Mit Hilfe eines eigenen Gartens lernen Ihre Kinder auch, was Saisongemüse ist - dass zum Beispiel Tomaten nur im Sommer wirklich gut schmecken und Kürbisse erst im Herbst und Winter!

Und vergessen Sie nicht: selbst gezogenes Gemüse gemeinsam ernten und essen ist ein unbezahlbarer Genuss!