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Mein Gott, mein Kind hat sich weh getan!

Es hat alles sein Gutes. Einen Fehler zu machen oder hinzufallen hat sogar seinen erzieherischen Wert und kann durchaus unseren Charakter stärken. Das gilt natürlich für alle, aber insbesondere für Kinder. Eine Mutter, die ihr Kind vor der Raupe auf seinem Spielzeug retten will oder zu Hilfe rennt, weil sie befürchtet, dass sich hinter dem Kratzer ein Knochenbruch verbergen könnte, tut ihrem Kind nichts Gutes: Es wächst unter einer Käseglocke auf, die es von der Realität abschirmt.

Helikopter-Eltern bewirken, dass ihr Kind keine gesunden „Abwehrstoffe“ entwickelt – oder eben die Verhaltensweisen, die es ihm erlauben, sich in einer neuen Situation zurecht zu finden. Eine Studie des Max Planck Instituts für Psychiatrie in München, die kürzlich am Forum für Neurowissenschaften vorgestellt wurde, bestätigt: Wenn ein Kind auf eine schwierige Situation reagiert, formt es sein emotionales und kognitives Verhalten. Erwachsene, die als Kind schwierige Situationen bewältigen mussten, meistern die Herausforderungen des Lebens viel besser. Wenn ein kleines Kind lernt, dass es ganz alleine wieder aufstehen kann, steigert das sein Selbstwertgefühl. Bremsen Sie also Ihren Beschützerinstinkt. Grösseren Kindern ist es sogar peinlich, vor allem wenn Altersgenossen dabei sind, wenn die Eltern herbei rennen und helfen wollen. Ein Kind braucht Erfahrungen, um seine eigenen Grenzen kennen zu lernen. Schliesslich muss es Gefahren kennen lernen, um die entsprechende Vorsicht zu erlernen.

Sinnvoll ist es, wenn Sie Ihr Kind vor den echten Gefahren des Lebens schützen. „Bleib in der Nähe, damit du dich nicht verirrst“ hat sicher einen ganz anderen Stellenwert als „Renn nicht, sonst schwitzt du“. Achten Sie darauf, dass Sie sinnvolle Verbote formulieren. Eltern müssen Mut beweisen, wenn sie ihrem Kind erlauben, sich weh zu tun. Aber genau deshalb wird das Kind lernen, es nochmals zu versuchen, um es besser zu machen.

Buchtipp: „Helikoptereltern - Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung" von Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

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