Zwei Kaffee-Mythen unter der Lupe: Das steckt wirklich dahinter

Haben Sie Fragen?
Online-Beratung nicht verfügbar? Schreiben Sie eine Nachricht
Teilen auf

Ein harntreibender Muntermacher?

 

Die tägliche Tasse Kaffee bedeutet für so manchen ein Stückchen Kultur, Genuss und natürlich Nervennahrung. Und ohne Kaffee geht bei so manchem morgens gar nichts. Nichts desto trotz geistern um kaum ein anderes Getränk so viele Mythen. Wir nehmen zwei davon genauer unter die Lupe:

1. Ist Kaffee ein Wasserräuber und hat somit einen negativen Einfluss auf unseren Wasserhaushalt?

Das im Kaffee enthaltene Koffein kann tatsächlich harntreibend wirken - jedoch längst nicht in diesem Ausmass, wie lange angenommen. So haben Koffeinmengen, die in zwei bis drei Tassen Kaffee enthalten sind bei regelmässigen Kaffeetrinkern keine oder nur eine sehr geringfügige Wirkung auf die Wasserausscheidung. Hinzu kommt, dass bei regelmässigem Konsum von koffeinhaltigen Getränken, die harntreibende Wirkung aufgrund der Gewöhnung stark nachlässt. Daher kann Kaffee durchaus zur Flüssigkeitszufuhr mitgerechnet werden.

Das obligatorische Glas Wasser zum Espresso ist aus Ernährungssicht also nichts weiter als eine nette Geste, die zum Neutralisieren der Geschmacksnerven vor dem Kaffeekonsum dienen kann, um ein maximales Geschmackserlebnis zu ermöglichen.

2. Ist ein Espresso wirklich stärker und somit koffeinhaltiger als eine Tasse Filterkaffee?

Für Espresso werden Kaffeebohnen länger geröstet als für Filterkaffee. Dabei wird nicht nur die in den Kaffeebohnen enthaltene Säure zusätzlich abgebaut, was ihn für empfindliche Mägen schonender macht, sondern auch mehr Koffein. Espresso hat zudem eine kürzere Zubereitungszeit, bei der das Wasser mit hohem Druck und sehr schnell durch den gemahlenen Kaffee hindurchgedrückt wird. Dabei bleiben Wasser und Kaffee weniger lang in Kontakt und es wird weniger Koffein herausgespült.

Koffein wird schnell von unserem Organismus aufgenommen und dringt ebenso schnell ins Gewebe – auch ins Gehirn. Das Koffein beginnt 45 bis 90 Minuten nach der Einnahme zu wirken, wird aber erst nach ca. 3 Stunden wieder abgebaut. 

Dass ein Espresso gerne als „stark“ bezeichnet wird, bezieht sich auf den kräftigeren Geschmack, der durch die längere Röstung erzeugt wird – nicht auf seinen Koffeingehalt. Brauchen Sie eine Energiespritze, sollten Sie also lieber auf eine Tasse Filterkaffee zurückgreifen. 

Themendossier