Wie erkennt und behandelt man eine Zöliakie?

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In ein knuspriges Brötchen beissen, ein leckeres Stück Kuchen naschen oder schnell beim Kebab-Laden vorne an der Ecken einen Döner verdrücken. Schon beim puren Gedanken daran, läuft so manchem das Wasser im Munde zusammen. Doch nicht jeder kann sich beschwerdefrei eine solche Wohltat zu Gemüte führen – die Rede ist von Menschen die Zöliakie haben.

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Sie reagiert überempfindlich auf das Getreideeiweiss Gluten, woraufhin sich die Darmzotten zurückbilden. Das sind kleine Ausstülpungen im Dünndarm, die es ermöglichen, möglichst viele Nährstoffe aufzunehmen. Wenn sie sich zurückbilden bedeutet das, dass wir die Nahrung nicht mehr richtig verwerten können und viele Nährstoffe verloren gehen. Das wiederum führt zu Mangelerscheinungen.

Die Symptome sind häufig unspezifisch, d.h. sie können bei verschiedenen Krankheiten vorkommen. Daher gelingt es nicht immer auf Anhieb die richtige Diagnose zu stellen. Viele Erkrankte haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich, bis sie auf Zöliakie untersucht werden.

Symptome:

- Bauch- und Knochenschmerzen

- Blähungen, Durchfall, Verstopfung

- Gewichtsverlust

- Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten

- Blutarmut, Eisenmangel und andere Mangelzustände

- Hautprobleme

- psychische Veränderungen

Symptome bei Kleinkindern:

- Gewichtsverlust

- Wachstumsstillstand

- Entwicklungsverzögerungen

- Weinerlichkeit, Gereiztheit

- aufgeblähter Bauch, Durchfall

 

Mit einer glutenfreien Ernährung kann sich die Darmschleimhaut wieder völlig erholen und die Symptome verschwinden. Hingegen können bereits kleinste Mengen Gluten wieder Beschwerden verursachen.

Die Ursache der Zöliakie ist noch nicht vollständig geklärt. Man weiss aber heute, dass Personen mit einer genetischen Veranlagung beim Essen von glutenhaltigen Lebensmitteln die Krankheit entwickeln können. Es kommt dabei zu einer Entzündungsreaktion im Dünndarm, welche zu einer Schädigung der Zotten führt. Antikörper, welche dabei gebildet werden, können für die Diagnose genutzt werden. In der Schweiz ist ungefähr jeder Hundertste betroffen.

Für die Diagnose können verschiedene Antikörper im Blut bestimmt werden, welche bei einer Zöliakie gebildet werden. Um definitiv sicher zu sein, dass es eine Zöliakie ist, wird empfohlen, zusätzlich bei einer Magenspiegelung ein kleines Stück Darmschleimhaut zu entnehmen und zu untersuchen. Die Veränderung der Darmzotten kann dort gesehen werden.

Wo hat’s Gluten drin?

Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Triticale, Kamut, Emmer, Einkorn, Grünkern, Hafer (da oft verunreinigt), Wildreis (diskutiert) und alles was daraus / damit hergestellt wird.

Therapie:

- lebenslange glutenfreie Diät

- Alternativen sind: Kartoffeln, Reis, Mais, Hirse, Sesam, Hülsenfrüchte, Amaranth, Quinoa, glutenfreie Spezialprodukte

- Mittlerweile gibt es auf dem Markt eine ganze Reihe von glutenfreien Lebensmitteln, damit auch Leute mit Zöliakie auf den Genuss von z.B. Frühstücksflocken, Kuchen, Pizza und Co. nicht verzichten müssen

- Aufgepasst: Achten Sie bei einer glutenfreien Ernährung insbesondere darauf, dass Sie ausreichend Nahrungsfasern zu sich nehmen. 

Themendossier