Lactoseintoleranz – Wenn ein Verdauungsenzym streikt

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Der Laktosegehalt in Joghurts nimmt ab, je näher sie zu ihrem Verfalldatum kommen.

Auf der Alp gehört es seit jeher als stärkende Erfrischung mit dazu: Ein kühlendes Glas Milch – am besten sogar frisch gemolken bei der Stallbewohnerin persönlich. Jedoch können sich nicht alle Menschen dem unbeschwerten Genuss von Milch und Milchprodukte hingeben. Bei Betroffenen tauchen beispielsweise nach dem Genuss von Milch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall auf – typische Symptome einer Laktoseintoleranz.

In Milch ist Milchzucker enthalten. In der Fachsprache wird hierbei von Laktose gesprochen. Genau diese Laktose können einige Menschen nicht richtig verdauen. Missetäter hierbei ist das Milchzuckerspaltende Enzym, die sogenannte Laktase, welche bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz nicht in ausreichender Menge oder gar nicht vorhanden ist. Dessen Aufgabe wäre es nämlich, den im Dünndarm ankommenden Milchzucker in zwei Teile aufzuspalten. Denn nur so kann dieser die Darmwand passieren und in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Wenn also zu wenig von den milchzuckerspaltenden Enzymen vorhanden sind, wandert der Milchzucker unverändert weiter in den Dickdarm. Dort wird dieser von den ansässigen Bakterien vergärt, was zu dazu führt, dass der Darm verrücktspielt , was sich in unangenehmen Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall äussern kann.

Da die Toleranzgrenze von Person zu Person unterschiedlich ist, besteht diese in einer laktosefreien bzw. -armen Ernährung. Einige Betroffene vertragen gar keine Milchprodukte mehr, andere hingegen vertragen durchaus noch ein ganzes Joghurt am Tag. Sie müssen also selbst ausprobieren, wie viel Sie vertragen.

Ein Tipp: Je näher ein Joghurt am Verfalldatum ist, desto weniger Milchzucker enthält er und desto verträglicher wird es.

Sollten gar keine Milchprodukte mehr vertragen werden, muss unbedingt anderweitig Calcium aufgenommen werden. Calciumreiche Mineralwasser, Nüsse und grüne Gemüse sind weitere Calciumlieferanten.

Wussten Sie’s?

Kaum vorstellbar, aber die Laktoseintoleranz ist eigentlich der „Normalzustand“. Wenn wir die Europäer und Nordamerikaner nicht mitzählen, sind etwa 90 Prozent der Menschen davon betroffen. In Europa und Nordamerika hingegen haben wir bereits früh angefangen, Kühe zu halten und deren Milch zu trinken. Dadurch hatten unsere Gene die Chance sich anzupassen. Nur deshalb vertragen wir Milchauch wenn wir erwachsen sind – zum Glück!

Wo hat’s möglicherweise Milchzucker drin:

- Wurstwaren, Schinken

- Fertigprodukte

- Suppen

- Schokolade

- Süssigkeiten

- Saucen oder Bouillon

- Medikamente

Lesen Sie deshalb immer die Zutatenliste und fragen Sie bei Medikamenten in der Apotheke nach.

Themendossier