Achtsam essen – für ein neues, entspanntes Körpergefühl

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Achtsamkeit beim Essen hilft Stress abzubauen

Bei jeder Ernährungsform, für die wir uns entscheiden, bekommen wir eine Liste mit Lebensmitteln, die erlaubt oder verboten sind – ob zum Abnehmen oder effizienter Trainieren, ob vegetarisch oder für Schwangere. Es geht meist nur darum, was wir essen sollten, selten wie. Genau darum geht es jedoch beim Mindful Eating, dem achtsamen Essen. Möchten Sie mehr erfahren?

Achtsamkeit als Lebensphilosophie kommt von weit her 

Der Ursprung der Achtsamkeit liegt im Buddhismus und wird seit rund 2600 Jahren gelehrt. Wir können den Begriff folgendermassen definieren: „Achtsamkeit ist eine Form von Konzentration, bei der wir bewusst wahrnehmen, was im gegenwärtigen Moment ist, ohne zu urteilen.” Oder, einfacher ausgedrückt, ist Achtsamkeit die Kunst, jeden Augenblick bewusst zu leben. Und somit auch bewusst zu essen.

Das Gedankengut der Achtsamkeit hat aber schon lange auch bei uns Einzug gehalten

In den 1960er Jahren nahm das Interesse an Achtsamkeitstechniken in der westlichen Welt zu. Das in den 1970er Jahren in den USA entwickelte MBSR Programm (Mindfulness-Based Stress Reduction bzw. Stressreduktion durch Achtsamkeit) ist zum Beispiel für alle Menschen geeignet, die ganz ohne religiösen Bezug aktiv an der Verbesserung ihrer aktuellen Situation arbeiten möchten.

Kann Achtsamkeit unser Essverhalten positiv beeinflussen? 

Oft essen wir ohne Genuss über unser Hungergefühl und die Sättigung hinaus, weil uns äussere Einflüsse zum Essen animieren – so zum Beispiel ein reichhaltiges Buffet oder der Anblick eines unwiderstehlichen Desserts. Mit Hilfe der Achtsamkeit können wir die Fähigkeit entwickeln, zwischen Nahrungsmitteln zu unterscheiden, die wir essen wollen und anderen, die wir brauchen. Achtsam zu essen ermöglicht uns, unsere Beziehung zum Essen zu erforschen und ein neues, genussvolles Essverhalten zu entwickeln:

  • Das achtsame Essen gibt uns die Möglichkeit, im hektischen Alltag innezuhalten, langsamer zu werden, in uns hineinzuhören und uns zu entspannen.
  • Wenn wir achtsam essen, essen wir langsamer und verdauen besser.
  • Indem wir Körpersignale wie Hunger oder Sättigung spüren und bewusst wahrnehmen, können wir unserem Körpergefühl vertrauen, was wiederum unserem Selbstvertrauen zugute kommt. 
  • Wir verspüren beim Essen mehr Zufriedenheit
  • Schenken wir unserer Mahlzeit unsere volle Aufmerksamkeit, essen wir mit all unseren Sinnen und so wird das Essen zum Genuss.
  • Achtsames Essen ist weder eine Ernährungsform noch eine Diät. Eine achtsame, bewusste Einstellung zu unserer Nahrungsaufnahme kann uns aber durchaus dabei behilflich sein, unser Gewicht zu reduzieren oder zu kontrollieren.

Wie geht achtsames Essen? Praktische Übungen für den Alltag

Achtsamkeit beim Essen kann erlernt werden. Anfangs könnten Sie sich zum Beispiel vornehmen, nur die ersten zwei Bissen einer Mahlzeit achtsam wahrzunehmen. Mit der Zeit kann es auch eine ganze Mahlzeit am Tag werden. Oder jedes Mal, wenn Ihnen danach ist. Hier ein paar praktische Übungsvorschläge:

  • Schaffen Sie zum Essen eine entspannte und angenehme Atmosphäre: schalten Sie den Fernseher aus und Ihr Smartphone stumm.
  • Nehmen Sie sich Zeit.
  • Setzen Sie sich zum Essen hin und atmen Sie bewusst zwei Mal tief ein und aus, bevor Sie mit dem Essen beginnen.
  • Geniessen Sie die Mahlzeit mit allen Sinnen. Achten Sie auf den Duft, die Farben, den Geschmack, die Konsistenz und Temperatur der Speisen.
  • Nehmen Sie massvolle Portionen und kauen Sie langsam. 

 

 

Achtsamkeit kann erlernt werden.

Jeder bewusst wahrgenommene Bissen ist ein Erfolg auf dem Weg zum achtsamen Essen.

 

 

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