Spargel-Pipi – Ein Verdauungsenzym sorgt für Aufruhr

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Gourmets aufgepasst, die Spargelsaison ist eröffnet! So mancher Feinschmecker freut sich das ganze Jahr über auf das grosse Spargelschlemmen. Nach dem Spargelspass verschlägt es jedoch vielen beim Gang zur Toilette die Sprache, da dieser oft deutliche Geruchsspuren hinterlässt. Dies ist jedoch kein Grund zur Sorge. Der ungewohnte Geruch beim Wasserlassen ist zwar etwas unangenehm, jedoch gesundheitlich völlig unbedenklich.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die herbe Pipi-Duftnote nach dem Spargelkonsum der im Spargel enthaltenden Asparagussäure zugeschrieben werden kann. Asparagussäure ist ein schwefelhaltiges Eiweiss, das häufig in Spargeln  enthalten ist. Bei dessen Verdauung werden schwefelhaltige Verbindungen freigesetzt, die über den Urin ausgeschieden werden und für den unangenehmen Geruch sorgen.

Auffallend jedoch ist, dass scheinbar nicht jeder einem eigenartigen Geruchserlebnis auf der Toilette ausgesetzt ist. Dies soll, Wissenschaftlern zu Folge, darauf zurückzuführen sein, dass Spargeln nicht von jedem gleich verdaut werden.

Bei jedem Zweiten werden die im Stangengemüse enthaltenen Aspargusschwefelverbindungen von einem spezifischen Enzym aufgespalten.

Dies führt zu den stinkenden Abbauprodukten, die dann über den Urin ausgeschieden werden. Genetisch bedingt besitzt nur etwa jeder Zweite dieses Enzym, das den Stoffwechselprozess beeinflusst und dem Pipi seine unverwechselbare Note verleiht. Bei allen anderen, die das Enzym nicht in sich tragen, riecht der Urin nach dem Spargelessen offenbar unverändert. Jedoch haben nicht alle Menschen einen Geruchssinn, der fähig ist, diese Duftstoffe zu erkennen.

Bislang wurde das Mysterium, ob das „Spargel-Pipi“ nun tatsächlich auf genetische Ursachen zurückzuführen ist, nicht eindeutig geklärt.   Fakt ist, dass der strenge Geruch völlig harmlos ist und keine gesundheitlichen Folgen nach sich zieht.

Themendossier