Macht Bier dick?

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Nicht im Mass sondern mit Mass lautet die Devise!

Ein kaltes Bier an heissen Tagen ist insbesondere für die Herren der Schöpfung das Höchste der Gefühle. Gierig wird der herbe Gerstensaft geschlürft, und im Nu ist das Glas geleert. Doch verwandelt regelmässiger Bierkonsum den männlichen Adonis wirklich in einen Papa Moll mit Busen und Bierbauch? Kaum ein Mythos hält sich hinsichtlich der Ernährung so hartnäckig wie das Vorurteil, dass Bier dick macht. Der Verdacht, dass der Gerstensaft viel mehr Kalorien enthält als andere alkoholhaltigen Getränke, drängt sich auf. Warum sonst gibt es keinen Sekt-Speck, Whiskyranzen oder Weinpo?

Ein wichtiger Faktor für eine mögliche Gewichtszunahme bei regelmässigem Biergenuss ist der Alkohol. Dieser hat fast so viele Kalorien wie Fett und hemmt zudem die Fettverbrennung im Körper. Ein Blick auf die Kalorientabelle zeigt jedoch, dass Bier weniger Kalorien als viele Fruchtsäfte oder andere alkoholhaltige Getränke aufweist. Auch im direkten Vergleich zu Schnaps enthält Bier zwar sehr wenig Alkohol, jedoch wird Schnaps nicht literweise getrunken. Die rund 400 kcal, die ein Liter Bier liefert, kommen bereits einer kleinen Mahlzeit gleich. Oft geht mit dem Biergenuss jedoch auch ein erhöhter Konsum an fettigen Speisen einher und führt so zur Gewichtszunahme, die sich beim Mann genetisch bedingt oft auf den Bauch konzentriert.

Entgegen der allgemeinen Volksmeinung hat die bei starken Biertrinkern männlichen Geschlechts beobachtbare „Verweiblichung“ (Bildung eines Brustansatzes und eines dicken Bauches wie bei einer schwangeren Frau) nichts mit weiblichen Hormonen zu tun. Diese Hormone kommen nur in kleinsten Mengen im Bier vor. Gerade Männer neigen dazu, ihr Fett am Bauch oder im Brustbereich anzulagern. So entsteht die typische „Fettansammlung“ oberhalb der Gürtellinie. Bei Frauen setzen sich überschüssige Kalorien eher an den Oberschenkeln, Hüften und am Po fest. Der „Bierbauch“, der aufgrund geschlechtlicher Veranlagung also meist nur bei Männern beobachtet wird, ist hauptsächlich auf einen Energieüberschuss zurückzuführen. Ob die Kalorien nun vom Bier oder der Bratwurst stammen, spielt keine Rolle.

Wer also sein Bierchen nicht als bayerische Mass sondern mit Mass geniesst und sich nicht noch zusätzlich fettes Essen einverleibt, braucht den Bierbauch nicht zu fürchten.

Bier als Sportgetränk?
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Bier bei der Regeneration nach dem Sport helfen soll. Dies kann aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht bestätigt werden. Auf Grund des zu niedrigen Mineralstoffgehaltes (u.a. Natrium) und des Alkohols, ist Bier kein geeignetes Sportgetränk.

 

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