Können Vitaminpräparate eine unausgewogene Ernährung ausgleichen?

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Früchte und Gemüse enthalten einen Cocktail aus verschiedenen Nährstoffen!

Morgens schnell eine Tasse Kaffee hinuntergestürzt, mittags einen Hot Dog vom Imbissstand verdrückt und abends eine Tiefkühlpizza vor dem Fernseher verputzt. Um das schlechte Gewissen zu besänftigen, ist der Griff zur Vitamintablette für immer mehr Menschen eine Selbstverständlichkeit geworden.

Vitaminsupplemente erfreuen sich grosser Beliebtheit.

Mit ein paar Pillen lässt sich eine unausgewogene Ernährung scheinbar unkompliziert „aufpeppen“.

Je mehr Vitamine, desto besser für die Gesundheit, lautet die Devise vieler Verbraucher. Daher ist es höchste Zeit, dass den teuren Vitaminsupplementen der Heiligenschein aberkannt wird. Denn zu viel ist selbst bei Vitaminen nicht empfehlenswert.
Mutter Natur liefert uns Nahrungsmittel und keine Nährstoffe. Lebensmittel wie Früchte und Gemüse enthalten einen Cocktail aus verschiedenen, gesunden Substanzen wie Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, Mineralstoffen und Nahrungsfasern, die aufeinander abgestimmt sind und sich gegenseitig optimal ergänzen. Sie fördern daher die Gesundheit besser als isolierte Nährstoffe. Oder haben Sie schon mal ein einzelnes Vitamin C am Orangenbaum hängen sehen?

Besondere Vorsicht ist bei der Supplementation der fettlöslichen Vitamine A und E geboten. Diese werden von unserem Körper teilweise gespeichert. Ein Zuviel kann daher unserer Gesundheit schaden. So kann beispielsweise die übermässige Supplementation von Betakarotin (Vorstufe von Vitamin A) bei Rauchern die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken um ca. 20 – 30 % erhöhen. Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich die empfohlene Zufuhr an Vitaminen gut erreichen. Jedoch gibt es spezifische Lebenssituationen, die tatsächlich eine Supplementation an gewissen Vitaminen erfordern. Nachfolgend eine kurze Übersicht:

·     Für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch werden Folsäure-Tabletten empfohlen. Folsäure ist wichtig für eine optimale Entwicklung des Säuglings. Eine Unterversorgung kann zu Früh- und Fehlgeburten sowie zu einem Neuralrohrdefekt (offener Rücken) des Babys führen.

·     Vitamin D bei Säuglingen und Kleinkindern: Bei einem Vitamin D-Mangel im Kindesalter bleiben die Knochen weich und verformen sich (Rachitis). Daher erhalten Säuglinge als Prophylaxe Vitamin D-Tropfen.

·     Vitamin D bei Senioren: Die Vitamin D-Bildung über die Haut nimmt im Alter ab. Bei älteren Menschen kann ein Vitamin D-Mangel zu Knochenweiche (Osteomalazie) führen. Charakteristisch dafür sind spontane Knochenbrüche.

·     Vitamin D allgemein: Es zeigt sich immer mehr, dass gerade in den Wintermonaten viele Europäer die empfohlene Vitamin D-Zufuhr nicht erreichen. Hier können Vitamin D-Supplemente eine wertvolle Alternative darstellen.

Im Idealfall sollte der Arzt darüber entscheiden, welche Ergänzung in welcher Dosis erforderlich bzw. sinnvoll ist.
Der Griff zum Vitaminpräparat sollte also keines Falls wahllos erfolgen. Die Aufmerksamkeit sollte auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und nicht auf einzelne Nährstoffe gelenkt werden.

 

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