Fastenzeit - das ganze Jahr

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Fasten eignet sich nicht um langfristig abzunehmen

Beim traditionellen Fasten assen die Christen früher kein Fleisch, tranken keinen Wein und genehmigten sich nur am Abend eine Mahlzeit. Heute gibt es jedoch viele verschiedene Arten von Fasten. Viele Leute nehmen diese Zeit zum Anlass, um auf Genussmittel wie Süssigkeiten, Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Andere schränken den Fleischkonsum ein oder ernähren sich ausschliesslich von flüssiger Nahrung, wie z.B. Suppen. Für die meisten hat Fasten heute jedoch seine religiöse Bedeutung verloren. Während im Mittelalter im Zeichen der 40-tägigen Wanderung von Jesus durch die Wüste gefastet wurde, um den Körper vor den religiösen Festen zu reinigen und ein persönliches Opfer zu bringen, steht heute eher die Bikini-Figur oder die Entschlackung des Körpers im Vordergrund.

Wer sich jedoch durch eine strikte Hungerkur eine langfristige Gewichtsreduktion verspricht, wird enttäuscht sein.

Während einer Hungerperiode schaltet unser Körper nämlich auf Sparflamme. Das heisst, er fährt seinen Energieverbrauch soweit herunter, wie möglich. Wird danach wieder normal gegessen, arbeitet der Stoffwechsel immer noch verlangsamt und der Körper legt sich so schnell wie möglich zusätzliche Energiedepots an, die meistens noch grösser sind als die vorherigen. Somit wäre der Körper auf eine mögliche weitere Hungerperiode vorbereitet. Genau dieser Mechanismus, in Notzeiten Energie einzusparen und danach Reserven aufzubauen, rettete den Steinzeitmenschen das Leben, macht jedoch Leuten, die gerne schnell Gewicht verlieren möchten, einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Dem im Zusammenhang mit Fasten oft verwendeten Begriff „Entschlacken“ kann auch keine Richtigkeit zugeschrieben werden. Der Körper ist eine höchst effiziente „Maschine“ und vom wissenschaftlichen Standpunkt gesehen, fallen entsprechend keinerlei Abfallprodukte an. Eine  Entschlackung oder Entgiftung des Körpers ist daher unnötig.

Einigen dient das Fasten zur spirituellen Erfahrung oder als Auszeit vom Alltag. Der bewusste Verzicht auf spezifische Nahrungsmittel kann beispielsweise die Wahrnehmung für Hunger und Sättigung bewusster machen oder Geschmäcker neu entdecken lassen. Es muss ja nicht gleich eine Null-Diät sein.

Bei Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen raten viele Ärzte dringend vom Fasten ab. Ein absolutes Verbot besteht bei Untergewicht, Magersucht, Schilddrüsenüberfunktion, schweren Leber- und Nierenstörungen sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch Kinder sollten nicht fasten.

 

Themendossier